L Y R I
K
Germar
Speckin

ASSEMBLAGE 2000
W I N D O H R
Graues Licht
Über dunklem Meer
Verhangen und schwer
Wolken dicht.
Über den Deich
Sturmwind greift
Land und Leute streift
Meister in seinem Reich.
Ich lehne im Wind
Im flatternden Kleid
Suche Horizonte weit
Werde wieder Kind.
Habe Wind im Ohr
Salz auf den Lippen
Will rückwärts nicht kippen
Nicht kullern wie ein Tor
Weil ich´s Gewicht verlor...
S O M M E R L I E D
Über Asphaltes Duft
Flirret matt die Luft
Ein Radio dümmlich plärrt
Kühle sich ins Gegenteil verkehrt.
Ich vermag die Finger kaum zu regen
Selbst aus kleinem Zeh entfleucht das Leben
Hänge in meiner Matte schlapp
Zähle Eisbären im Geiste ab.
Die bekommen kalte Pfoten
Dort oben, nördlich der Lofoten
Heben vorsichtig die Tatzen
Wollen Eis von ihrer Scholle kratzen.
Dann träum´ ich mir ein Bier
Ein helles und ganz schnelles
Das so kalt wie Eisbärpfoten
Dort oben, nördlich der Lofoten.
D I A L O G
Zum Dialog
Ganz nebenbei
Gehören mindestens zwei.
Nur Rücken an Rücken
Wird´s wahrlich kaum glücken.
Doch es tut nicht weh
Oft genügt schon ein kleiner Dreh.
N A R R E N
Narren
Die noch manchmal versuchen
Auf Wolken zu gehen
Versuchen
Systeme und Normen
Zu brechen
Werden Lacherfolge
Für andere.
Die Realität
Die sie einholt
Umgarnt und vernichtet
Zerschlägt auch
Funken der Hoffnung
Wie verplante Bäume
In Kübeln
Aus Beton.